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Abschied einer Pionierin – unser Sommerfest

Unsere Pia Lips geht demnächst in den Ruhestand Foto:Jörg Kundinger

Seit Anfang des Jahrtausends hat sich die Gemeinde Büchenbach zu einer Hochburg der Montessori-Pädagogik entwickelt. Mit dem katholischen Kindergarten und unserer Schule arbeiten gleich zwei Einrichtungen nach den Grundsätzen der italienischen Reformpädagogin. Zudem werden beide Einrichtungen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung aus dem Landkreis und darüber hinaus besucht. Zurück gehen diese Entwicklungen auf das Engagement unserer pädagogischen Leitung der Grundschule Pia Lips, der es immer ein Anliegen war, Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen bestmöglich zu fördern. Beim Sommerfest der Montessori-Schule im Juli wurde sie geehrt, bevor sie demnächst in den Ruhestand geht.

Die Familien von über 200 Schülerinnen und Schülern sowie das Team der Schule waren zusammen gekommen, um nach langer Corona-Pause gemeinsam im Schulhof zu feiern. Für Büchenbachs Bürgermeister Helmut Bauz die Gelegenheit, die Verdienste von Pia Lips für die Gemeinde und den Landkreis Roth zu würdigen. „In einer Zeit, als es bei weitem noch nicht üblich war und das Thema Inklusion in den Kinderschuhen steckte, haben Sie als damalige Leiterin des Kindergartens eine integrative Gruppe aufgebaut und die Montessori-Pädagogik implementiert!“ Einige Jahre später formierte sich aus der Elternschaft des Kindergartens das Gründungsteam des Montessori-Vereins Roth-Schwabach, das 2008 mit einer ersten Lerngruppe die Montessori-Schule gründete. Dabei sei Pia Lips als „Spiritus Rector“, als „lenkender Geist“ beteiligt gewesen, bevor sie 2011 als pädagogische Leitung an die Schule wechselte. „Diese Schule hast Du geprägt und weiter entwickelt. Das Wohl jedes einzelnen Kindes lag dir immer am Herzen. Du bist diese Schule!“, ergänzte Kathrin Willam, geschäftsführende Vorständin des Montessori-Vereins. Im Anschluss nahm Pia Lips Geschenke von Schülerinnen und Schülern entgegen, bevor sie sich mit einem Zitat Franz Grillparzers an alle Zuhörenden wandte: „Monde und Jahre vergehen und sind vergangen, aber ein schöner Moment leuchtet das Leben hindurch!“ Sie habe viele schöne Momente an der Schule erlebt, die sie mitnehmen würde.

Auch auf dem Sommerfest galt es noch viel Schönes zu erleben: Die Schule hatte sich an den „Fairen Wochen“ des Landkreises beteiligt und in allen Lerngruppen zu den Themen Fairtrade und Nachhaltigkeit gearbeitet. Die Ergebnisse präsentierten die Schülerinnen und Schüler an zahlreichen Ständen. Die Sekundarstufe 1 z.B. verkaufte faire Mango-Marmelade, mit deren Erlös Schulen in Burkina Faso gebaut und betrieben werden. Die Jupiter-Lerngruppe zeigte in einem Ratespiel auf, wie die Wertschöpfungskette von fairer und konventioneller Schokolade im Vergleich aussieht. Und die Sekundarstufe 4 hatte sich mit Lebensmittelverschwendung beschäftigt und bot die Möglichkeit, aus dem Müll gerettete Avocadokerne einzutopfen und mitzunehmen. Viele inspirierende Aktionen also, die den Besucherinnen und Besuchern des Sommerfests Denkanstöße für das eigene Konsumverhalten sowie einen spannenden Sommerabend boten.