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Mo-Fr 8:00 - 9:00

Mo-Fr 12:00 - 13:30

Erdkinderplan

Eine Erziehung für Jugendliche

Studier- und Arbeitsplan

Moralische Pflege

Leibespflege

Programm & Methode

Zur „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ auf dem Faberhof in Hilpoltstein gehören:

Studier- & Arbeitsplan

Die SchülerInnen erleben den täglichen Ablauf auf einem Bauernhof. Angefangen bei der Versorgung der Tiere, der Pflege des Nutzgartens, anfallenden Reparaturen, Verpflegung der Gruppe und Verwirklichung von Projekten. Hierbei findet jeder „seinen“ Platz.

Moralische Pflege

Durch das Kennenlernen der Kreisläufe der Natur und der Handarbeit, die in manchen Lebensmitteln steckt, entsteht eine Achtung vor Natur, Mensch und Handwerk. SchülerInnen und Pädagogen begegnen sich hierbei auf Augenhöhe, jeder ist gleichwertiges Mitglied der Gemeinschaft.

Leibespflege

Gekocht und gegessen wird das, was der Hof den SchülerInnen liefert. Dafür ist teilweise viel körperliche Anstrengung notwendig, um die Lebensmittel aus der Natur zu erhalten und sie gegebenenfalls weiter zu verarbeiten.

Programm & Methode

Das Leben in der Gemeinschaft auf dem Hof wird von den SchülerInnen aktiv mitgestaltet. Ideen, Anregungen, Lob und Kritik werden stets offen angesprochen und zur Weiterentwicklung genutzt.

Erdkinder

Von „Erd-“ oder „Landkindern“ spricht Montessori, weil sich die Schule auf dem Lande, an einem ruhigen Ort in der Natur befinden soll – also einen geschützten Rahmen, eingebunden in ein über die Familie hinausgehendes System, darstellt.

Schüler betreiben in Gemeinschaft (nach M. M. vorzugsweise fern von der Familie) ein Gasthaus, einen Laden zum Verkauf eigener Produkte, eine Landwirtschaft, bauen Obst und Gemüse an, sind an der Verwaltung der Gesamteinrichtung beteiligt und verrichten sowohl handwerkliche wie auch technische Arbeiten.

Vorrangiges Ziel besteht dabei v.a. darin, dass „die Entfaltung der Personalität der Jugendlichen“ mittels manueller Tätigkeiten ebenso gefördert werden soll wie durch geistige.

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Für die Pädagogik/Praxis bedeutet dies, den jungen Menschen dazu befähigen, praktisch tätig zu werden, eigene Lebenserfahrungen zu sammeln und die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen und Erwachsenen in realen Lebenszusammenhängen, wie auch die Erfindungskraft – ein Kulturgut – des Menschen, erfahren zu können.

„Also bedeutet die Arbeit mit der Erde gleichzeitig eine Einfügung in die Natur und die Kultur. Die Arbeit mit der Erde ist der Zutritt zum unbegrenzten Studienweg der Naturwissenschaften und Geschichte.“ (Maria Montessori)

„Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ nach Montessori

Zentrales Ziel der Erziehung auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen – der „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ – ist das Erlangen der Unabhängigkeit, sowohl im wirtschaftlichen als auch im geistigen Sinne. Der Jugendliche soll das Gefühl bekommen, durch eigene Anstrengungen und eigenen Verdienst im Leben bestehen zu können. Durch diese Erfahrung erfolgt eine Stärkung seiner Persönlichkeit sowie Selbstvertrauen, ebenso wie das Wissen um sich selbst und das Leben in Gemeinschaft bzw. der Gesellschaft. Diese Art der Erfahrungsschule gilt nach M. M. als die Fortführung der Übungen des täglichen Lebens.

Der Studier- & Arbeitsplan

nach M. M. zielt darauf, „die Wertschätzung der Personalität unter den augenblicklichen sozialen Bedingungen zu ermöglichen.“ Erholung wird dabei als Abwechslung der Beschäftigung und nicht als Zuflucht in Ferien begriffen.
Das Studium muss – gemäß der Einschätzung des Pädagogen – dem Bedürfnis der natürlichen Intelligenz sowie dem Bedürfnis einer jeder Altersstufe entsprechen und nicht den Anforderungen eines starren Lehrplans. Folglich wird keine geistige Ermüdung sondern Stärkung und Regeneration der geistigen Entwicklung erzielt werden können.

Moralische Pflege

Beziehungen zwischen Kinder, Pädagogen und Natur sollen geschaffen und gepflegt werden. Im Fokus stehen gegenseitige Achtung und eine Begegnung auf Augenhöhe. Der junge Mensch ist nun kein Kind mehr. Ihm soll Freiheit im Rahmen von innerhalb der Gemeinschaft allgemeingültigen Grenzen und Regeln eingeräumt werden. Somit wird schöpferisches Handeln aber auch Zusammenarbeit im Sinne sozialer Harmonie möglich. Für das Jugendalter ist insbesondere die Ausgewogenheit zwischen der aktiven Beschäftigung in Gemeinschaft und der Zeit für Einsamkeit und Ruhe von hoher Wichtigkeit.

Leibespflege

Einerseits erfordert die körperlich rasche Veränderung vom Kind zum Erwachsenen eine medizinische Überwachung der körperlichen Reifung. Um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten muss andererseits auch ein besonderes Augenmerk auf einer ausgewogenen, gesunden Ernährung, Suchtprävention sowie sportlicher Betätigung in freier Natur gerichtet sein.

Programm & Methode

Für eine ausgewogene Entwicklung & Bildung ist der persönliche Ausdruck des jungen Menschen durch Musik, Sprache bzw. bildnerische Tätigkeiten wichtig. Durch schöpferische Elemente des psychischen Seins wie moralische Erziehung, Mathematik, Fremd- & Muttersprache soll der Aufbau der Personalität erleichtert werden. Alles Abstrakte wird hierbei in einen lebensnahen, praktischen und be-greifbaren Rahmen gesetzt werden. Über die eigenen (praktischen) Erfahrungen in & mit u.a. der Natur, den Naturwissenschaften, Geschichte usw. soll eine umfassende Bildung in Kultur & Natur erreicht werden.

Umsetzung an unserer Schule

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Die Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe verbringen jedes Jahr im Juli eine Woche lang täglich von ca. 8 bis 16 Uhr ihre Schulzeit auf dem Faberhof in Hilpoltstein.

Dort erfahren und gestalten sie das Leben in einer Gemeinschaft, in der jeder seinen Platz hat. Eigenverantwortlich kümmern sie sich um ihre Aufgaben und entwickeln diese weiter. Sie planen und organisieren ihre Projekte und führen diese selbständig unter Verleihung einer eigenen persönlichen Note durch. In Entscheidungen des Hofes werden sie mit einbezogen. Zur Förderung der Selbständigkeit der SchülerInnen erfolgt die An- und Abreise mit dem Zug, dem Fahrrad oder zu Fuß.

Ziel ist es die Zusammenarbeit zu fördern, zu sich selbst zu finden eigene Stärken zu erkennen und die der Anderen und diese für die gelingende Zusammenarbeit in der Gruppe zu nutzen.

Einen weiteren Teilbereich der Umsetzung des Erdkinderplans stellt unserer Schülerfirma dar.